Schlachtanlage

Wiesenhof Werksverkauf Niederlehme

Einfahrt Wiesenhof NiederlehmeDie Niederlehmer Schlachtanlage der Märkische Geflügelhof-Spezialitäten GmbH, bekannt unter dem Markennamen Wiesenhof, soll erweitert werden. Der Antragsteller will die Schlachtleistung von 190 Tonnen Lebendgewicht pro Tag auf 352 Tonnen pro Tag erhöhen. Bei einem Mastendgewicht von 1,6 Kilo pro Tier entspricht dies dem Umfang von etwa 160.000 Individuen pro Tag. In Spitzenzeiten während der Grillsaison sollen sogar bis zu 240.000 Tiere geschlachtet werden.

Das Vorhaben mit massiven Auswirkungen auf Natur und Umwelt muss nach dem Bundes-immissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt werden und ein Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchlaufen. Der erste Genehmigungsantrag war vom 19.10. bis zum 18.11. 2016 in der Stadtverwaltung Königs Wusterhausen und im Landesamt für Umwelt in Cottbus öffentlich einsehbar. Einwendungen gegen das Vorhaben können von AnwohnerInnen und anderen GegnerInnen der Schlachtanlage (berechtigt sind alle EU-Bürger) bis zum 2. Dezember 2016 06.3.2017 eingereicht werden.

Ein Schlachthof kann bei der Ausbreitung von multiresistenten Keimen und Tierseuchen eine zentrale Rolle spielen. Klar ist: Sollten diese Erweiterungspläne erfolgreich sein, werden neue Mastanlagen im Umkreis gebaut werden. Die Pläne dafür liegen bei Wiesenhof wahrscheinlich schon in einer Schreibtischschublade.

Viele Infos kompakt von Tierfabriken-Widerstand: Flyer

Was kann man tun?

img_3920Ein „breiter Protest von unten“ ist notwendig. Denn letztlich sind wir alle von solchen Anlagen und ihren Auswirkungen betroffen. Gleichzeitig gibt es bereits viele Aktive und BürgerInneninitiativen (BIs) in Brandenburg, deren Erfahrungswissen man teilen kann, damit „das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss“.

tierfabriken-widerstand-kw-6Das Antragsverfahren für die Erweiterung ist ein weiterer Punkt. Verfahrensfehler könnten ein Ansatz sein. Dies betrifft ungenaue Angaben zum Zu- und Abwasser der Schlachtanlage. Anwohnerinnen und Anwohner können Lärm- und Geruchsprotokolle anfertigen (zu welchen Uhrzeiten an welchen Tagen welche Form und Intensität der Lärm-/ Geruchsbelästigung vorliegt, inkl. Windrichtung) und als Einwendung einreichen. Ebenso sind negative Wirkungen auf den lokalen Artenschutz möglich, da hier sogar EU-Recht berührt wird. HobbyartenschützerInnen sollten negative Auswirkungen auf lokal bekannte und geschützte Tierarten schriftlich an die Genehmigungsbehörde vortragen. Ebenso wurde betont, dass Wiesenhof eine Marke ist, die durch lokalen Widerstand einen Imageverlust erleiden kann. Dieser Faktor sollte berücksichtigt werden beim Planen eigener Protestaktivitäten.

Weitere Gründe gegen die Genehmigung des Erweiterungsvorhabens könnte die Lärmbelästigung sein, denn nur der zusätzliche Schall des Erweiterungsvorhabens wird bislang berücksichtigt. Dieser bewegt sich laut Antragsunterlagen bereits nahe der zulässigen Grenzwerte. Es ist jedoch zu beachten, dass Schallemissionen, also Schallpegel, sich addieren, sodass die Schallbeeinträchtigung durch die Wiesenhof-Anlage sich mit weiteren existierenden Beeinträchtigungen wie die Autobahn und weitere Hintergrundgeräusche überlagern. Darüber hinaus grenzt direkt an die Schlachtanlage ein Wasserschutzgebiet im Radius von 1 km an. Ebenso ist mit einer deutlichen Zunahme der Transportbelastung zu rechnen. Umgerechnet werden in etwa 2 Tiere pro Sekunde geschlachtet. Die Schlachtstätte muss fortlaufend beliefert werden, was zu einer erheblichen Verkehrsbelastung führt.

Alle persönlichen und sachlichen Gründe nennt man in diesem Verfahren Einwendung. Direkt Betroffene (z.B. Anwohner im Umkreis von bis zu 1.000 Metern) haben besonders gute Chancen. Die Frist zur Einreichung der Einwendungen (ein Muster finden sie hier ) endete am 5.12.2016. NEU: MITMACHEN

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Die Schlachtanlage

Der Schlachthof im Stadtgebiet von Königs Wusterhausen bestand schon zu DDR-Zeiten (hier zu KIM weiterlesen) und liegt verkehrsgünstig an der Autobahn. Getrennt nur durch kleine Waldstreifen befinden sich in der direkten Nachbarschaft Wohngebiete, eine Schule sowie ein Kindergarten.

Diese Wohnbereiche sind besonders belastet durch Immissionen aus dem Schlachtbetrieb. Es riecht fürchterlich (“stinkt”) und ist laut. Man sorgt sich auch um gesundheitsgefährdende Immissionen und hat schon beobachten können, dass Regenwasser vor Ort schäumen kann.

Einfahrt und Parkplatz von Wiesenhof Niederlehme
Einfahrt und Parkplatz von Wiesenhof
Blick in die Einfahrt der Wiesenhof Schlachtanlage, Niederlehme
Blick in die Einfahrt der Schlachtanlage
Warenannahme bei Wiesenhof in Niederlehme
Warenannahme
Wiesenhof Werksverkauf in Niederlehme
Werksverkauf