Wiesenhof blockiert Akteneinsicht

Friederike Schmitz vom Bündnis Tierfabriken-Widerstand hatte beim Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft des Landkreises Dahme-Spreewald Akteneinsicht in Informationen zum Wiesenhof-Schlachthof in Niederlehme beantragt. Nachdem das Amt diesen Antrag für berechtigt befunden hatte, wurde nun durch das Unternehmen dagegen Widerspruch eingelegt. Dadurch wird der Informationszugang vorerst blockiert.

Wenige Tage vor der großen Wir-haben-es-satt-Demo in Königs Wusterhausen hält der Wiesenhof-Konzern an seiner Null-Transparenz-Strategie fest. Obwohl das Amt in ausführlicher rechtlicher Begründung die Berechtigung des Informationsantrags nach dem Verbraucherinformationsgesetz feststellte, legte das Unternehmen dagegen Widerspruch ein. Der Aktivistin sollte die Einsichtnahme in die ab dem 1. Januar 2016 vorliegenden Berichte über Schlachtkörperuntersuchungen bzw. Fleischhygieneberichte sowie über die monatliche Fleischbeschaustatistik gewährt werden. Dies verzögert sich nun auf unbestimmte Zeit.

„Es ist bezeichnend, dass Wiesenhof keinerlei Informationen über seine Praktiken an die Öffentlichkeit dringen lassen möchte“, sagt Friederike Schmitz. „Wir wissen allerdings auch so schon, dass Hühner in heutigen Mastanlagen massiv leiden – so können z. B. über 87 % der Tiere nicht mehr richtig laufen. Diese Zahl wurde in einem Wiesenhofbetrieb erhoben. Auch bezüglich der Schlachtstatistik ist bereits bekannt, dass Wiesenhof mehr geschlachtet hat als genehmigt. Wir sind daher gespannt, welche weiteren Informationen in den Berichten stecken, die Wiesenhof zurückhalten will.“

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